05.02.2026 18.30 Uhr Kunstsammlungen am Theaterplatz, Chemnitz
Die rekonstruierte Soundinstallation Lautprozessraum (1995) von Carlfriedrich Claus bildet den Ausgangspunkt für eine Hommage an Claus und Peter Ablinger. Performances von Ellen Fricke, Anna Clementi und Natalia Pschenitschnikova reflektieren die Arbeiten der beiden,
ergänzt wird der Abend durch Frickes Soundscapes of Europe: Babel 5 (2025), in dem KI-basierte Sprachmodelle – und ihre Grenzen – im Sprechen hörbar werden. www.kunstsammlungen-chemnitz.de/event/05-02-2026-14708/
RÜCKSCHAU 29.11.2025 11.00 Uhr – 17.00 Uhr Altes Heizhaus, Chemnitz, Straße der Nationen 62, Innenhof TU Chemnitz
Wie gestalte ich einen KI-Chor mit ChatGPT? Werkstattgespräch zum Sprachkompositionszyklus „Babel 1–n“ mit der Komponistin Ellen Fricke und dem Babelmanufakturteam. Interaktion mit KI-Performern und dem besonderen Gast „GoetheGPT“
(M. Paolucci). Performances zu jeder vollen Stunde um 12.00 Uhr, 13.00 Uhr, 14.00 Uhr, 15.00 Uhr und 16.00 Uhr. www.babelmanufaktur.org
Über Soundscapes of Europe
Die Grundidee der Sprachkomposition „Babel 1“ (1998) von Ellen Fricke für drei Sprecherinnen ist: die Sprache im Sprechen hören.
Das Stück wurde mit unterschiedlichen Sprachen zu zahlreichen internationalen Festivals Neuer Musik eingeladen
(z.B. Festival of Vision – Berlin in Hongkong, 2000) und fand auch mediale Resonanz
(www.ellenfricke.de).
Die neue Grundidee für Konzertinstallationen mit KI-Interpreten (ChatGPT4o-Voice-Handy, Tablet) in „Babel 1–n“ (2025) ist: das Sprachmodell (und seine Grenzen) im Sprechen hören.
Während bei den menschlichen Interpreten die drei Sprachen bei konstanter Intonationsstruktur konvergieren, laufen bei KI-Interpreten Satzmelodie und Rhythmus zunehmend auseinander,
da anders als bei menschlichen Interpreten ein zweistimmiges musikalisches Denken fehlt. Dieses Auseinanderdriften ist nach ersten Erkundungen eine klanglich und kompositorisch tragfähige Kernidee,
die über den ersten, sich schnell verbrauchenden Eindruck eines sprechenden KI-Interpreten hinausgeht und eine Gegenüberstellung ästhetisch erst rechtfertigt.
Der Babelzyklus mit seinem Ursprung in Chemnitz und Nova Gorica 2025 ist konzipiert auch für zukünftige Kulturhauptstadtkonstellationen. Er endet, wenn für jede europäische Sprache der KI-Interpret durch einen menschlichen Interpreten ersetzt wurde. In der Babelmanufaktur werden neben einer automatisierten Unterstützung der Partiturherstellung und der Generierung von Sprachklangschichtungen die Chancen und Risiken der gegenwärtigen Automatisierung geistiger Arbeit für kreative Prozesse reflektiert.
Kontakt: Prof. Dr. Ellen Fricke (TU Chemnitz, Philosophische Fakultät in Kooperation mit MeTech), +49 371 531-32895,
ellen.fricke@phil.tu-chemnitz.de
Mitarbeiter: Maximilian Paolucci, Timo Freye.
Weitere Informationen unter
https://mytuc.org/kbdl